figurative Malerei – 30 Jahre nach der Wiedervereinigung

Anlässlich der Ausstellung in der Galerie Achtzig, Berlin, zu der ich 4 meiner Gemälde beisteuerte, versuche ich meine Gedanken dazu zu ordnen: 

Vor 30 Jahren habe ich begonnen, mich intensiv nicht nur mit dem Malen, sondern mit dem kulturgeschichtlichen Hintergrund der Malerei zu beschäftigen. Damals interessierte mich sehr die Realistische Kunst diesseits und jenseits der innerdeutschen Grenze. Ich studierte die Malerei von Johannes Grützke bis Bernhard Heisig und Arno Rink. 

Bis ich mich wirklich an die Darstellung von Menschen in unterschiedlichen Alltagssituationen herantraute (wie z.B. in der Serie Menschen und Orte) vergingen noch ein paar Jahre. Dabei orientierte ich mich sehr an bekannte Maler/-innen wie Xenia Hausner, Tim Eitel oder Arcos Birkas. 

 

Figurative Malerei – 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Wie hat sich die Malerei seit der Wende verändert? Vielleicht sind meine Bilder ein Hinweis auf eine mögliche Antwort: Sie muss auf Grund gesellschaftlicher Veränderungen deutlicher auf diese eingehen und sich aus dem Elfenbeinturm und der narzistischen Selbstbeschäftigung herausbewegen. Die Kunst und insbesondere die figurative Malerei hat für mich die Aufgabe, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Ich versuche dies, in dem ich meine Beobachtungen über Menschen und deren realen Lebenssituationen in den Blick nehme.

Im Rahmen der Ausstellung in der Galerie 80, Berlin,  wurde ich gefragt, ob ich ein politischer Maler sei. Nein, mit dem Wort „politisch“ kann man jeden Hund erschlagen. Die Botschaft meiner Bilder kann man in zwei Kernaussagen zusammenfassen:

  • Wir müssen genauer und respektvoller auf Menschen und deren Lebenssituationen schauen
  • Die Würde des Menschen ist unantastbar, Art 1 GG 
    (Wenn das politisch ist, meinetwegen). 

(c) 2019, Rainer Bergmann M.A.