An diesem Bild arbeite ich schon länger, es ist mir ans Herz gewachsen. Ich lerne technisch viel von diesem Bild und mich beschäftigt das Thema „Individualität und Konvergenz“: In der Familie oder in der Peergroup lernen wir, wenn es sozial vertäglich läuft, dass Unterschiede ok sind und wir durch unsere Verschiedenheit voneinander lernen können. In meiner beruflichen Tätigkeit als Supervisor, Dozent und Coach habe ich immer wieder erfahren müssen, dass dies bei Menschen nicht selbstverständlich ist. Aus Divergenz statt Konvergenz entstehen Konflikte in Familien, im sozialen Raum bishin zu Kriegen zwischen Nationen.
Die Schwestern, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm, (c) 2026 Rainer Bergmann
Dieses Bild mit dem Titel „Kindheit in den 50er“ entstand schon in der ersten Version 2018 als Acrylbild. Nun habe ich es noch einmal mit Ölfarben überarbeitet, um die Farben noch stärker herauszuholen. Zum Inhalt: Ausgehend von einem Foto aus dem Familienarchiv zeigt das Bild Mütter mit ihren Kindern nach dem Krieg. Die Männer sind entweder gefallen, noch in Gefangenschaft oder auf Arbeit. Für mich steht das Bild auch für die bittere Erkenntnis, dass Kriege immer nur Verlierer hinterlassen, auf allen Seiten, vor allem neben den Soldaten Frauen und Kinder. Ich werde fast wahnsinnig, wenn ich Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“ etc. höre. Warum können Menschen nicht in Frieden miteinander leben?
Kindheit in den 50er, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm (2026) Rainer Bergmann
In den letzten Jahren beschäftige ich mich vermehrt mit Epochen der Kunstgeschichte. Vor allem zwei haben es mir angetan: Die Früh-Renaissance und das 19. und beginnende 20 Jahrhundert von Paul Cezanne bis Christian Schad. Aus diesen Blickwinkel entstanden mehrere Arbeiten, die altbekannte Motive neu interpretieren, zum Beispiel das Standbild „Der Ruf_ Öl auf Holz, 75 x 110 cm“
Der Ruf, Öl auf Holz, Standbild 75 x 110 cm, (c) 2026 Rainer Bergmann
Schon zum vierten Mal findet das Format „Kunstausstellung im Haus Effata“, Schulstrasse 15 in 63773 Goldbach statt. Unter dem Motto „Vier Facetten der Kunst“ lade ich regionale Kolleginnen und Kollegen zu einer gemeinsamen Präsentation unserer Arbeiten ein: Figurative Malerei, Skulpturen und Grafiken. Die Vernissage ist am Freitag, 27. März um 19 Uhr. Die Öffnungszeiten sind Samstag, 28. März von 14 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Arche Babylon, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm, (c) 2026 Rainer Bergmann
Dieses Bild hat mehrere Entstehungsphasen. Zunächst ging es mir um das Verhältnis zwischen Mensch und Natur und den Umgang mit der Schöpfung durch den Menschen. In der Beschäftigung mit biblischen Themen sah ich gerade für dieses Bild mehrere Erweiterungsmöglichkeiten. Die Geschichten aus dem Alten Testament „Die Arche Noah“ und „Der Turmbau zu Babel“ sind mit der Frage „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ miteinander verwoben. Dabei geht es in beiden Geschichten um das Scheitern und um die Zuversicht und das tiefe Vertrauen in einen grösseren Plan.
Wenn ich in meinem langen Leben zurückschaue, da gibt es viele „Angeli“, gute Geister, die mich bewahrt und mich unterstützt haben. Ich emfpinde eine große Dankbarkeit und drücke dies in diesem Bild aus.
Angeli, Acryl und Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, (c) 2025) Rainer Bergmann
Verwischte Spuren, Mischtechnik, Kunstharz, 50 x 60 cm (c) 2026 Rainer Bergmann
Verwischte Spuren, Acryl und Kunstharz auf Leinwand, 50 x 60 x cm, (c) 2026 Rainer Bergmann
Wie kann man „Zeit“ darstellen? Die Idee zu diesem und weiteren Bildern, in denen ich unterschiedlichen Wahrnehmungen und Erinnerungen in einer Art Collage miteinander verwebe, ist während eines Besuchs einer Ausstellung von Tim Eitel in der Kunsthalle Rostock entstanden. Tatsächlich lege ich immer häufiger verschiedene Bilder übereinanander, übermale auch schon mal ältere und schaffe neue Erfahrungsräume.