Letzten Sonntag habe ich in der Amtshausgalerie das Bild „Yusuf denkt nach“ begonnen und während der Woche – ich konnte es nicht lassen – weitergemalt. So langsam nimmt es Gestalt an.

Letzten Sonntag habe ich in der Amtshausgalerie das Bild „Yusuf denkt nach“ begonnen und während der Woche – ich konnte es nicht lassen – weitergemalt. So langsam nimmt es Gestalt an.

Für die Ausstellung „Augenblicke. Malerei und Figuren in Ton“ von Christiane Weber und mir laufen die letzten Vorbereitungen. Am Samstag werden die Bilder gehängt und mit den Tonfiguren von Christiane Weber abgestimmt. Gestern und heute habe ich noch letzte Ausbesserungen vorgenommen und die Bilder verpackt.

An diesem Bild male ich schon ein paar Jahre, immer wieder mit langen Warte- und Trocknungszeiten. Immer wieder reizen mich die Details. Ich will mit Form und Farbe eine bestimmte Aussage treffen und bin an dieser Stelle sehr genau.
Der Betrachter des Bildes nimmt unweigerlich die Position eines Beobachters ein, der am Strassenrand sitzt und dem „Treiben“ zuschaut. Daher sind bewusst die Figuren auf der linken Seite etwas in die Länge gezogen, eben aus der Strassenrandperspektive.

Dieses mit dem Titel „Every Day for Future“ ist schrittweise entstanden: Zunächst habe ich die Grundfläche mit Marmormehl, Spachtelmasse, Tusche, Pigmente und Sand bearbeitet, bis der Hintergrund sich immer mehr wie in Schichten darstellte. Eigentlich hatte ich nicht vor, eine Landschaft zu malen. Doch die Assoziation liegt nahe. Danach lange Trocknungs- und Bedenkzeit.
Zur Zeit beschäftigt mich sehr die Diskussion um die Zukunft unseres Planeten und die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Immer mehr wird leider durch viele Katastrophen klar, dass es so, wie es ist, nicht mehr weiter gehen kann. Damit kommt der zweite Teil des Bildes in´s Spiel.

Miniaturen 20×20 cm sind neu für mich. Dennoch ist es interessant, nur ein paar Zentimeter für eine Aussage zu haben.

Ich male Momente, Situationen – nicht um sie abzubilden, sondern um neue Ereignisse zu schaffen. Ich bin dabei Beobachter und gleichzeitig beobachte ich meine Beobachtungen, in dem ich sie hin und her wälze, mich mit ihnen auseinandersetze, streite, um sie dann, wie in einem Zwischenstadium fest-zu-halten, jederzeit bereit sie wieder zu übermalen oder zu verändern.

Folgendes Bild habe ich gerade fertig gestellt: Es trägt den Titel Feierabend Verkehr. Warum zwei Worte? Ja, es könnte den ersehnten Feierabend darstellen, oder auch den Verkehr, der sich im Feierabendmodus befindet… Ich überlasse es dem Betrachter.

An diesem Bild arbeite ich schon eine geraume Zeit und habe es lange „reifen“ lassen. Jetzt füge ich nur noch einige Details hinzu, dann kann ich es auf die nächste Ausstellung mitnehmen.
Gedanken dazu: Magie und Zweifel. Zwei Pole, die um einen gesunden Ausgleich ringen. Wo treffen sie sich, wie finden sie eine Balance?

Ich beschäftige mich in letzter Zeit künstlerisch häufiger mit Spiegelphänomenen, im konkreten und im übertragenen Sinn. Dabei sind seit ein paar Wochen eine ganze Reihe von Bildern entstanden. Es sind Beobachtungen von Situationen, in denen physikalische und nichtstoffliche Elemente auf einander reagieren, ihr Dasein und ihr Sosein in Bezug aufeinander definieren.

Jetzt habe ich mir das Bild noch mal vorgenommen, um es endlich fertig zu stellen.
